Sonntag, 15. Oktober 2017

Wolfgangseelauf 2017

"Das ist alles nur geklaut"... geht es mir kurz nach Kilometer Zwei durch den Kopf. Noch acht weitere zu laufen und meine Beine fühlen sich alles andere, als locker, energiegeladen und laufbereit an. Mein Plan wäre gewesen, möglichst gleichmässig und eher ruhig, die 10 Kilometer durchzulaufen, aber mir ist (zu) heiß, die Beine - siehe oben - und überhaupt, wieso starte ich eigentlich bei einem 10er, wenn ich doch in den letzten Wochen so gar nicht trainiert habe?
Gut, die schöne Gegend und das absolut traumhafte (aber eben auch ziemlich sehr warme) Herbstwetter lenken mich immer wieder kurz ab. Aber eben nur kurz.
Also muss ein Strategiewechsel her. Meine taugt nicht, denn unter diesen Bedingungen wird das eine Quälerei. Also nehme ich die von... der Lieblingsschwester! Die wollte es heute nämlich nicht so gemächlich angehen und sagte im Vorfeld, sie würde einfach mal bis Kilomter Fünf Gas geben und dann sehen, ob sie das Tempo bis zum Schluß halten könne. Wenn nicht, könnte sie ja immer noch Tempo rausnehmen und ins Ziel traben. Das erschien mir plötzlich auch viel klüger. Erstens wäre so die erste Hälfte des Laufs schneller vorbei und mit ein bißchen Glück würde ich auch mein heimliches Ziel eine 1:00er Zeit zu laufen, erreichen. 
Vor dem Lauf - es war da schon sooo warm!
Also begann ich ein bißchen Tempo zuzulegen. Der Puls schoß daraufhin in Höhe, aber auf alles und jeden konnte ich jetzt auch keine Rücksicht nehmen. Dass ich ziemlich röchelte, fiel mir gar nicht so auf, weil das taten eigentlich alle um mich herum. Scheinbar hatten auch die anderen mit der Temperatur zu kämpfen. Trotzdem freute ich mich wie eine Schneekönigin, als ich durch Strobl lief, denn das bedeutete Halbzeit! Ich drückte meine Uhr ab, für mich war das Rennen geschafft. Ok, da kamen noch mal fünf Kilometer, aber die waren jetzt nicht mehr so wichtig. Da brauchte ich auch die eine oder andere "schöpferische" Pause und ließ es erst beim Zieleinlauf wieder rollen. 
Geschafft!
Und was soll ich sagen: die Schwesternstrategie ging auf und ich lief eine 1:00:38! Die erste Hälfte war mit einem 5.43er Schnitt dann für mich auch ziemlich gut und so landete ich voll und ganz zufrieden im Ziel, trank ungefähr 70 Liter (gefühlt, nicht gemessen) Wasser und Cola und klatschte noch die ersten, bald nach mir eintreffenden 27 km Läufer ins Ziel.
Im Ziel noch Vereinskollegen getroffen!
Dann ging es aber auch schon sehr bald wieder mit dem Schiff zurück nach Gschwendt und wieder nach Hause. Das ungewohnt warme Wetter bescherte mir so nebenbei nämlich auch leichte Kopfschmerzen, die ich am Nachmittag mit einem Schläfchen, etwas Hausarbeit und schließlich sogar mit einer Stunde Stabitraining bekämpfte.

Auch wenn ich heute kurzzeitig an der Sinnhaftigkeit meines Starts gezweifelt habe, bin ich mir sicher, nächstes Jahr wieder am Wolfgangsee zu starten. Die Strecken (egal, ob 5, 10 oder 27km) und die Landschaft sind einfach viel zu schön, um dort nicht mitzulaufen. Nur werde ich im nächsten Jahr die Distanz mit etwas mehr Bedacht wählen!

Kommentare:

  1. Verstehe - nächstes Jahr dann die 27 Kilometer - damit die traumhafte Landschaft auch bis zur Neige ausgekostet werden kann ;D

    Liebe Doris, herzlichen Glückwunsch zur Erreichung des gesteckten Ziels. Erhol‘ dich gut vom Lauf und der Hausarbeit.

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    1. Liebe Lizzy,
      mal sehen. Oder die 5, die über den Bürgelstein führen, statt außen drum rum? ;)
      Danke, die Hausarbeit ist schon verdaut, der Lauf steckt noch ein wenig in den Beinen...

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  2. Liebe Doris,
    Kopfwehwetter? Wen wundert, wenn im Oktober der Frühsommer zurückkehrt, ich wünsche Dir gute Besserung.
    Gratulation zur Überwindung und bravourösen Zielankunft in der modifiziert angestrebten Zeit. Manchmal ist ein Tempowechsel Gold wert und verändert auch die Körperwahrnehmung positiv, wie man bei Dir lesen darf. Ich freu mich auf die 27 Kilometer Strecke im kommenden Jahr 🙃

    Salut

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    1. Lieber Christian,
      ich wundere mich immer, wenn ich mal Kopfweh habe, weil das so selten vorkommt. (Zum Glück!!) :)
      Tja und welche Strecke es 2018 werden wird, lass ich mal auf mich zukommen. Aber die Kommentarprognosen scheinen eindeutig! ;D

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  3. Liebe Doris,

    dass nenne ich mal eine Strategie, wenns nicht so läuft einfach schneller laufen. Die muß ich mir merken :-)

    Und dann auch auch noch bravorös die gesteckte Zielzeit erreicht. Super, ich gratuliere zum Finish.

    Hier oben ist es im Moment auch so "fürchterlich" warm, aber ich mache auch gerade ein paar Tage Laufpause. Nicht wegen der Wärme, sondern wegen Männerschnupfen. Der kommt also quasi gerade recht :-/

    Liebe Grüße und ab heute wieder frohes Schaffen.
    Volker

    Wolfgangsee is scho schee ...

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    1. Lieber Volker,
      jaaaaa - du kennst ihn ja auch in seiner ganzen Pracht! :D
      Danke! Ich fand Birgits Strategie schon aus dem einen Grund gut, dass die Lauferei dann schneller vorbei ist! Hihi!!

      Ach du leidest noch immer? Notrufnummer und Liste der freien Intensivbetten liegen hoffentlich bereit! :P
      Gute Besserung! Bis zur nächsten Regenfront bist du sicher wieder fit.

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  4. Lieber Doris,
    herzliche Gratulation zur Einser-Zeit! Wunderbar, wenn man so flexibel mit der Strategiewahl umgehen kann ;-) Super gemacht, muss ich auch mal probieren. Ja, warm war es hier ja auch, aber im Zweifel, lieber solch ein Lauf bei blauem Himmel als bei Regen, Wind und Kälte. Wenn Engel laufen, lacht halt die Sonne dazu :-)
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Ups, ich meinte natürlich "LiebEEEEEEE" Doris!

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    2. Danke liebeeeee Elke,
      wolltest du mich gar auch mal mit fremden Namen anschreiben? Hihi!

      Danke! Über die Zeit habe ich mich sehr gefreut, besonders, weil da im 2. Teil doch 3 Gehpausen mit drinnen waren und ich selbst nicht mehr ernsthaft daran geglaubt hatte. :D
      Und du hast recht - bei diesem Strahlewetter konnte man den Tag ganz besonders genießen. :)

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  5. Liebe Doris,
    herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Zeit. Hihi, cool, einfach schneller laufen, das muss ich mir merken :-)
    Das blöde finde ich ja, zum Thema 'Strecke mit Bedacht wählen', dass man sich immer so früh festlegen muss. Oder ist das nicht immer so?
    Viele Grüße,
    Irina

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    1. Liebe Irina,
      dankeschön! Wer schneller läuft, hat's früher geschafft! ;)

      Ach bei mir sind solche Anmeldungen (leider) oft sehr unüberlegt. Ich hätte da noch leicht ein oder zwei Monate damit warten können. :)

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  6. Liebe Doris,
    wer schneller läuft ist, hat mehr Kuchenauswahl im Ziel. Oder so ähnlich :-))) .
    Deine Strategie (also auch die, die Strategie zu wechseln) war wohl perfekt. Und dann läuft man ganz einfach mal 5 Km schnell und macht sich dann eine schöne Reststrecke und läuft trotzdem noch ne Hammer Zeit!
    Gab es denn wenigstens noch gute Kuchenauswahl? Ich ärgere mich ja immer das alles schon weg ist wenn ich ins Ziel komme :-|
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      ich muss gestehen, dass ich überhaupt nicht nach Kuchen oder anderem essbaren Ausschau gehlaten habe, weil ich im Ziel einfach nur DURST hatte! ;)
      Die Strategie war super, weil ich scheinbar im Kopf mit den 10km überfordert war. So habe ich die Strecke verkürzt und dann noch 5km gemütlich bis ins Ziel laufen, geht ja immer... :D

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  7. Liebe Doris,
    hmmm meist soll man ja nicht zu schnell loslaufen sagt man so. Du scheinst diese Weisheit jedoch zu Falsifizieren: einfach mal 5km volle Kanne und dann ein gutes Ende. Herzlichen Glückwunsch zum gelungen Lauf.
    Wie warm ist es denn bei euch so??
    Herzliche Grüße!

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    1. Liebe Roni,
      an diese Regel halte ich mich sonst auch gerne, aber diesesmal war deutlich, dass der gemütliche Start mir gar nichts bringt. :D
      Danke!
      Unsere Temperaturen werden dir arktisch vorkommen - hihi - es hatte ca. 20°. Nur war es eben die Wochen davor schon viel kühler, woran ich mich (und wie ich gehört habe auch viele andere) schon gewöhnt hatte!

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